Die Taschengeldfrage – Tipps und Anregungen für dich und deine Eltern
Hier kannst du viel zum Thema Taschengeld erfahren, aber auch deine Eltern. Sie erfahren, warum es wichtig ist, dass du Taschengeld erhältst, wofür es gedacht ist. Wie viel Taschengeld du erhältst, kannst du anhand einer Tabelle mit Empfehlungen für die Höhe verhandeln.
Gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf Taschengeld?
Nein. Auf Taschengeld und auf die Höhe des Taschengeldes hast du keinen Anspruch. Hier kommt es auf das Einkommen und die Einstellung deiner Eltern an. Das Taschengeld sollte fair ausgehandelt werden.
Der Taschengeldparagraph
Grundsätzlich müssen deine Eltern Verträge, die du, solange du minderjährig bist, abschließt, genehmigen. Durch den sogenannten Taschengeldparagraphen im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 110 BGB) soll die Abwicklung alltäglicher Geschäfte erleichtert werden. Es wäre auch kaum sinnvoll, wenn 16-jährige für jeden Einkauf die Genehmigung der Eltern brauchten. Geld über das du frei verfügen darfst, kannst du selbständig ausgeben. Verträge (Käufe), die in die Zukunft wirken und das Taschengeld eines Monats deutlich überschreiten, kannst du nicht wirksam abschließen. Sie bedürfen der Zustimmung der Eltern.
Argumente für Taschengeld
Kinder und Jugendliche lernen so frühzeitig den Umgang mit Geld und haben es später leichter, vernünftig zu wirtschaften. Du lernst Geld einzuteilen und damit auszukommen. Geld zur freien Verfügung fördert deine Selbstständigkeit und erfordert eigene Entscheidungsfähigkeit und Verantwortlichkeit.
Wofür Taschengeld?
Das Taschengeld steht zur freien Verfügung und ist nicht für größere Anschaffungen gedacht. Diese können durch Erspartes, Geldgeschenke oder selbstverdientes Geld finanziert werden.
Kinder und Jugendlichen brauchen davon keine regelmäßigen Bedarfsartikel zu finanzieren (z.B. Kleidung, Schulsachen wie Stifte etc., Geburtstagsgeschenke, Schwimmbadeintritt). Das Kind kann sich grundsätzlich kaufen, was es möchte (z.B. CDs, Spielsachen, Zeitschriften, Bücher ....).
Irrtümer beim Kauf oder planloses Kaufen gehören dazu, notwendige eigene Erfahrungen zu machen. Wenn das Kind sich verkalkuliert hat, ist das schon Strafe genug. Einzige Einschränkung: Was gekauft wird, darf weder ungesund noch gefährlich sein. Wenn sich z.B. Jugendliche vom Taschengeld Zigaretten kaufen, sollten Eltern eingreifen.
Tipps für einen sinnvollen Umgang
Taschengeld sollte nicht als Bestrafungsmittel eingesetzt werden. Das verhindert den Lerneffekt mit dem eigenverantwortlichen Umgang mit Geld. Einige Tipps für Eltern:
Regelmäßige Zahlung, keine Kürzung des Taschengeldes als Bestrafung bei falschem Verhalten oder schlechten schulischen Leistungen, keine kurzzeitige Erhöhung als Belohnung, keine Bewertung von sinnvoll und überflüssig, keine Zweckentfremdung (z.B. Bezahlen von Schulsachen), keine Verpflichtung zum Sparen, keine Verrechnung mit Geldgeschenken von anderen oder Dazuverdientem, keine finanzielle Nachbesserung, wenn das Geld zu schnell ausgegeben wurde.
Wie viel Taschengeld?
Es gibt keine Norm für die Höhe des Taschengeldes, aber Orientierungswerte. Diese sind nicht überall gleich, sondern richten sich nach Lage und Art des Wohnortes und müssen an die finanziellen Möglichkeiten deiner Familie angepasst werden.
Quelle: Familienwegweiser des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Orientierungswerte:
unter 6. J. 0,50 € wöchentlich
|
6 - 7 Jahre |
1,50 - 2,00 € |
wöchentlich |
|
8 - 9 Jahre |
2,00 - 3,00€ |
wöchentlich |
|
10 -11 Jahre |
13,00 - 16,00 € |
monatlich |
|
12 - 13 Jahre |
20,00 - 22,00 € |
monatlich |
|
14 - 15 Jahre |
25,00 - 30,00 € |
monatlich |
|
16 - 17 Jahre |
35,00 - 45,00 € * |
monatlich |
|
ab 18 Jahren |
70,00 € * |
monatlich |
In der Altersgruppe bis einschließlich 9 Jahre ist es sinnvoll, das Taschengelder wöchentlich ausgezahlt werden, da die Kinder in diesem Alter noch keine größeren Zeiträume überblicken können.
*Ab 16 Jahren für Jugendliche, die wirtschaftlich noch ganz von den Eltern abhängig sind.
