Hochwasserschutzkonzept in Georgsmarienhütte
Am 26. / 27. August 2010 hat es auf Grund lang anhaltender Niederschläge mit außergewöhnlichen Starkregenereignissen in dem Stadtgebiet Georgsmarienhütte zahlreiche Überschwemmungen gegeben.
Stadtzentrum Oesede© Stadt GeorgsmarienhütteIn dieser Zeit hat es einen Niederschlag von 139,90 mm / m² gegeben, wobei die Hauptmenge von 77,3 mm / m² in 4 Stunden fiel; das entspricht etwa 15 % der Jahresmenge. Am Pegel Wersen wurde ein rechnerischer Abflusswert eines HQ 200 ermittelt, ähnliche Werte gelten auch für den Pegel Bramsche. Eine abschließende Auswertung des Hochwasserereignisses liegt noch nicht vor.
Eisenbahnstraße - Dütecafe© Stadt GeorgsmarienhütteEin Ereignis dieser extremen Art ist nicht mit den vorhandenen Kapazitäten aufzufangen. Die zwei in der Stadt befindlichen Hochwasserrückhaltebecken liefen bereits am 26. August um 17.00 Uhr bzw. am 27.August um 1.00 Uhr über, so dass es zu den zum Teil verheerenden Überflutungen kam.
Der Dütestollen, welcher auf einer Länge von 1200 m unter dem Werksgelände der Georgsmarienhütte GMBH verläuft, weist eine rechnerische Dimensionierung auf, so dass ein HQ 100 von ihm aufgenommen werden kann. Darüber hinausgehende Mengen werden aufgestaut. Dieses erfolgt dann im Stadtzentrum.
Im Sutarb - Kl.Oesede© Stadt GeorgsmarienhütteDie Schäden sind sowohl an privaten als auch an öffentlichen Immobilien und Einrichtungen entstanden. Es wurden Keller, Verkaufsräume, Wohnzimmer, Garagen überflutet, Gärten überschwemmt, Wege, Brücken und Straßen unterspült sowie Sportanlagen stark beschädigt.
Aufgrund von eindringendem Oberflächenwasser über die Kanalschächte in die Schmutzwasserkanalisation, kam es auch zu Schäden durch den Rückstau von Schmutzwasser in Gebäuden.
Basierend auf dem großen öffentlichen Interesse an der Thematik „Hochwasserschutz", der oben genannten Schäden und aus der Tatsache heraus, dass mit einer Klimaveränderung gerechnet werden muss, hat sich der Rat der Stadt Georgsmarienhütte dazu entschlossen ein Hochwasserschutzkonzept erstellen zu lassen.
Dazu wurde die Arbeitsgemeinschaft Hydro Ingenieure aus Osnabrück und die Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker mbH aus Hoppegarten beauftragt.
Der Untersuchungsbereich umfasst auch den Einzugsbereich der Düte in der Gemeinde Hilter und erstreckt sich bis zum Dütestollen. Unterhalb des Dütestollens ist eine Untersuchung nicht erforderlich, da sich hier die drosselnde Wirkung des Stollens positiv auswirkt und nur landwirtschaftliche Flächen im Stadtgebiet betroffen sind.
Die Aktualität und die hohen Schäden durch das Hochwasser vom August 2010 fordern ein schnelles Handeln, um derartigen Ereignissen aktiv begegnen zu können. Daher muss dafür Sorge getragen werden, dass ein Bewusstsein für Hochwassergefahren in der Bevölkerung entsteht und ein rechtzeitiges und eigenverantwortliches Handeln möglich wird.
Wiesen a.d. Von-Galen-Str. / Holzhausen© Stadt GeorgsmarienhütteEbenfalls etabliert werden soll ein Frühwarnsystem, damit die Bevölkerung und speziell die unmittelbar Betroffenen bei Gefahr benachrichtigt werden können, um so größere Schäden vermeiden zu können.
Am 14. März 2011 hat im Rahmen der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bau, Umwelt und Wirtschaftsförderung eine erste Vorstellung der Konzepte stattgefunden.
Am 18.04.2011 hat der Ausschuss für Stadtplanung, Bau, Umwelt und Wirtschaftsförderung folgenden Beschluss gefasst:
Für Hochwasserschutzmaßnahmen werden 500.000 € als außerplanmäßige Ausgabe für das Jahr 2011 bereitgestellt. Zuschüsse aus Landes- und Bundesprogrammen für den Hochwasserschutz sind zusätzlich zu beantragen.
Hochwasserschutzkonzept für die Stadt Georgsmarienhütte
Ziel des Konzeptes ist es, eine Maßnahmenkombination zu entwickeln, die einen Schutz vor einem Ereignis, welches einmal in 100 Jahren vorkommt, gewährleistet.
Die Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahmen soll zeitnah beginnen, wobei eine Umsetzung aller notwendigen Maßnahmen über mehrere Jahre erfolgen wird.
Für die Umsetzung der Maßnahmen werden Gelder beim Land Niedersachsen beantragt. Die dazu notwendigen Maßnahmenblätter sind bis zum 01.10. 2011 fristgerecht beim niedersächsischen Landesamt für Wasser, Küsten - und Naturschutz (NLWKN) eingereicht worden.
Für die bereits vom Rat beschlossenen Maßnahmen in Malbergen, an der Wellendorfer Straße und Im Sutarb wurden beim Land Niedersachsen ebenfalls Zuschüsse beantragt. Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist für 2012 vorgesehen.
Zusätzlich zu den Maßnahmen für den Hochwasserschutz soll ein Frühwarnsystem vor einem drohenden Hochwasser warnen. Das Hochwasserfrühwarnsystem befindet sich derzeit in der Testphase. Ziel des Frühwarnsystems ist, den Betroffenen die Möglichkeit zu geben, Maßnahmen zum Objektschutz vornehmen zu können.
Niederschlags-Abflussmodell Düte
Das Untersuchungsgebiet umfasst das Einzugsgebiet der Düte mit einer Gesamtfläche von 223 km2, davon liegen 87 km2 in NRW. Die Dütequelle liegt in einer Höhe von 175 mNN am Nordhang des Teutoburger Waldes südlich von Wellendorf. Die Düte mündet nach einer Fließstrecke von ca. 35 km auf einer Höhe von 52 mNN in die Hase.
An der Düte sind Anzeichen zunehmender Instabilität zu beobachten. Es hat starke Tiefenund Seitenerosion eingesetzt. Neben daraus resultierenden Erschwernissen für die Gewässerunterhaltung stellt sich die Frage, inwieweit die Düte noch in der Lage ist, ihre vielfältigen Funktionen im Wasser- und Naturhaushalt zu erfüllen.
Mit Hilfe von Modelluntersuchungen sollen die Ursachen der morphologischen Veränderungen an der Düte identifiziert werden. Auf der Grundlage von Wirkungsanalysen der vorgeschlagenen Maßnahmen sollen Empfehlungen ausgesprochen werden, die ein gewässertypisches Abfluss- und Sedimenttransportverhalten ermöglichen.
Grundlage der Untersuchung sind hydrologische und hydraulische Datenmodelle, die den Zustand des Gewässers und des Einzugsgebietes zum Zeitpunkt der Datenerhebung 2000 repräsentieren. Die Modellergebnisse wurden anhand von Messwerten verifiziert.
Weitere Informationen zum Niederschlag-Abfluss-Modell:
Ansprechpartner/in
- Herr Andreas Möllenkamp

Stadt Georgsmarienhütte, Zimmer 236
Oeseder Straße 85
49124 Georgsmarienhütte
Telefon: 05401 850-236
Fax: 05401 850-447
E-Mail: andreas.moellenkamp@georgsmarienhuette.de - Frau Bärbel Schulte-Hillen

Stadt Georgsmarienhütte, Zimmer 233
Oeseder Straße 85
49124 Georgsmarienhütte
Telefon: 05401 850-233
Fax: 05401 850-447
E-Mail: baerbel.schultehillen@georgsmarienhuette.de
Dokumente
Links
- Kurzfassung Niederschlags-Abfluss-Modell Düte
- Ausführlicher Bericht und Anlagen - Niederschlags-Abfluss Modell Düte



